Neuregelung der Heizkostenverordnung

Die Heizkostenverordnung (HKVO) wurde am 01.12.2021 novelliert und betrifft Gebäude mit gemeinschaftlich genutzten Heiz- und Warmwasseranlagen. Einfamilienhäuser und Wohnungen, die über eigene Heizsysteme verfügen, sind von dieser Verordnung nicht betroffen. Die Neuregelung der HKVO bringt sowohl für Vermieter als auch für Mieter einige wichtige Änderungen mit sich, die im Folgenden näher erläutert werden.

Fernablesbarkeit als Grundlage für monatliche Abrechnungen

Eine bedeutende Neuerung betrifft die Verbrauchsdatenerfassung, die fortan per Fernablesung durchgeführt wird. Neue Messgeräte müssen fernablesbar sein. Falls nur ein einzelnes Gerät als Teil eines Gesamtsystems aus nicht fernablesbaren Zählern ausgetauscht wird, besteht keine unmittelbare Handlungspflicht. Bis zum 31.12.2026 müssen jedoch bereits installierte, nicht fernablesbare Messgeräte nachgerüstet oder ersetzt werden. Es gibt Ausnahmen, die definiert und geregelt werden müssen.

Kompatibilität mit anderen Geräten

Die HKVO schreibt vor, dass Geräte, die ein Jahr nach Inkrafttreten der Novelle oder später eingebaut werden, interoperabel sein müssen. Das bedeutet, sie müssen mit den Systemen anderer Anbieter Daten oder Informationen austauschen können.

Anbindung an Smart-Meter-Gateway

Ab 2023 müssen neu installierte Geräte an ein Smart-Meter-Gateway, also einen digitalen Stromzähler, angeschlossen sein. Für bereits installierte fernablesbare Ausstattungen gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2031.

Transparenz für Mieter

Die neue HKVO führt auch Mitteilungs- und Informationspflichten für Eigentümer ein, deren Objekte mit fernablesbaren Messgeräten ausgestattet sind. Ab 2022 müssen sie ihren Mietern unaufgefordert monatliche Abrechnungen oder Verbrauchsinformationen zur Verfügung stellen, entweder in Papierform oder elektronisch. Außerdem müssen Informationen über Brennstoffe, erhobene Steuern und Abgaben sowie ein Vergleich des gegenwärtigen Energieverbrauchs mit dem Vorjahreszeitraum bereitgestellt werden.

Mietkürzungen bei Pflichtverstößen

Die HKVO sieht bei Verletzungen der Installations- und Informationspflichten durch den Gebäudeeigentümer ein Kürzungsrecht seitens der Nutzer vor. Diese können den auf sie entfallenden Kostenanteil um drei Prozent kürzen. Bei wiederholten Pflichtverstößen summiert sich der Kürzungsanspruch.

Die Neuregelung der Heizkostenverordnung bringt also eine Vielzahl von Veränderungen mit sich, die sowohl Vermieter als auch Mieter betreffen. Sie zielen darauf ab, die Abrechnung und Erfassung von Heizkosten transparenter und effizienter zu gestalten und den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern.